Tagebuch:
Nach langer Zeit musste ich mich jetzt einfach mal wieder durchringen, um einen neuen Eintrag zu machen, damit ihr daheim auch schön neidisch seid. (Aber ich musste ja auch vom Strand weg, um dieses Text zu schreiben.)
Fangen wir doch mal mit Urlaub an:
Wir hatten vom 21.12.2007 bis 07.01.2008 Urlaub und was macht man in seinem Urlaub? Genau, man schaut sich ganz Australien an.
Naja, vielleicht nicht ganz, aber 4500km in 2 Wochen sind schon kein schlechter Anfang, doch bei der Größe Australiens einfach nicht genug.
Hier mal eine kurze Zusammenfassung unserer Reiseroute mit Highlights:
Bundeena
Wollongong
Aulbury
Mount Buffalo National Park
Snowy Mountains über Great Alpine Road
Wilson Promotory National Park
Melbourne 2 Tage
Great Ocean Road Richtung Adelaide
Adelaide 2 Tage (Sylvester 45 Grad untertags, 36 Grad am Jahreswechsel)
direkter Weg durch nichts nach Canberra
heim nach Sydney (Bundeena)
Am Sonntag den 23.12.07 starteten wir unseren Trip in Bundeena und peilten Melbourne als grobe Richtung an.
Nach der wunderschönen Küstenstrecke nach Wollongong
kam dann doch bald eine etwas fade Strecke auf dem Highway
auf uns zu, aber es gibt ja zum Glück den Tempomat und MP3 CDs. Unser erster Übernachtungsstopp wurde dann in Aulbury gemacht und nach einem 5-Gänge-Menü beim Chinesen lässt es sich einfach wunderbar schlafen…
Weiter ging's Richtung Melbourne mit einem Zwischenstopp im Mt. Buffalo National Park
und dann via die Great Alpine Road auf 1900m Höhe und nach Bairnsdale, wo wir unseren Weihnachtsabend mit Steaks und Bier am Grill feierten.
Nach einer kurzen Wäsche unter kaltem Wasser ging's auf eine lange unspektakuläre Strecke, bis wir zwischen Fosters und Fish Creek auf einem Campingplatz halt machten.
Nach einer wunderbaren Dusche wurde es Zeit für etwas Unterhaltung…
d.h. Laptop raus -> Michael Mittermaier rein.
Nun wurde es wieder Zeit für ein weiteres Highlight unserer Reise:
Wilsons Promontory National Park (südlichster Punkt Australiens)
weiße Strände
schöne Landschaften
und eine 2-Stunden-Wanderung für einen wunderschönen Ausblick
Nach einem anstrengenden Tag wurde es Zeit für einen Zwischensprint nach Melbourne, nicht dass man noch einen Abend ohne Party verbringt ;-)
Tja, zu unserer Enttäuschung muss man sagen, dass Melbourne an den Weihnachtsfeiertagen wirklich wie tot erscheint…
Glücklicherweise fanden wir an unserem 2ten Tag dann doch noch einen Club.
Inmitten des Crown Komplexes (Casino von Melbourne) fanden wir wohl den besten Club DJ, den wir bis jetzt gehört hatten. 5 Stunden lang ein Lied besser als das andere.
Selbst an dem Punkt, an dem man denkt: „So jetzt kann er’s nicht mehr toppen“ hat er’s geschafft.
YEAH, und dann ging’s endlich los: die „Great Ocean Road“ und das noch bei perfekten 30°.
Ja, und es stimmt wirklich, es ist eine der schönsten Strecken die ich bisher gesehen habe.
Schön zu fahrende Serpentinen, Klippen, Strände…und zwischendurch findet man noch die Zeit, Fotos von Koalas zu machen!
Langsam machte sich dann die Vorfreude auf „New Year´s Eve“ breit und so schauten wir, so schnell wie möglich nach Adelaide zu kommen.
Dort angekommen machten wir uns wieder auf einem wunderschönen Campingplatz breit, direkt am Strand, super Duschen und super Barbecues.
Was wir uns zwar nicht so vorgestellt hatten, aber mal interessant zu erleben (fühlen) war, sind konstante 45° (ab 11 Uhr bis 20 Uhr).
Im Prinzip ist man den ganzen Tag damit beschäftigt, mehr Wasser zu trinken als man vom bloßen Nichtstun verliert.
Ja, unsere Sylvesternacht verlief auch dementsprechend:
Wir zogen schon müde vom Campingplatz los (45° Grad fordern ihren Tribut) und verzogen uns auf schnellstem Weg an den Strand Adelaides, an welchem auch schon 120.000 Leute feierten.
Leider kann man sich das jetzt nicht ganz so wie bei uns vorstellen:
Da in Australien das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten ist, gibt’s natürlich auch keine Strandbars und wir waren ohne mitgebrachte Getränke schlecht vorbereitet.
Nichtsdestotrotz konnten wir um 0.00 Uhr ein klasse 8min-Feuerwerk bestaunen und uns dann noch am Strand entspannen.
Nach 2 Stunden Schlaf ging’s dann auch wieder weiter Richtung Heimat (also Sydney).
Wir hatten uns für die direkte Strecke durchs „Nichts“ entschieden und hatten auch hier wieder mit den Temperaturen zu kämpfen.
Erneute 44° bis 46°, da will man nicht wirklich aus dem schön klimatisierten Auto aussteigen und so zogen wir´s dann auch durch...
11 Stunden und 1160km später erreichten wir Canberra und wandten uns unserem wohlverdienten Schlaf zu.
Tja, am Morgen dann auf einen Besuch in die Deutsche Botschaft, um weitere Informationen über Immigration und Visen zu erhalten … aber wieder mal FEHLANZEIGE, auch hier bekamen wir wieder keine Informationen und wurden wieder ins Immigration Center weitergeschickt.
Und dort dasselbe Spiel wie immer: Nur wahnsinnig kompetentes Personal und so verschwendeten wir eigentlich wieder weitere 2 Stunden, ohne einen Schritt weitergekommen zu sein. ->heim nach Bundeena
Da war der Urlaub leider auch schon wieder zu Ende, aber wir bekamen dann doch noch die nötigen Informationen für die Immigrationen. DANKE NICK (unser Nachbar hatte sich mit uns bei Bier und Grillen durch das Formular-Chaos gekämpft)
Noch als kleine Info zum Schluss wie's jetzt weitergeht:
Wir werden uns für eine permanente Aufenthaltsgenehmigung bewerben und damit liegt es in der Hand der australischen Regierung und nicht mehr in unserer.
Liebe Grüße ins kalte Deutschland
03.09. – 29.09.2007 Eine etwas stressige Zeit!
So, nach langem Warten folgt hier jetzt mal der nächste „Tagebuch-Eintrag“ (ja, vielleicht auch Monatsbuch).
Also, wir waren in dieser Zeit vollauf damit beschäftigt, uns eine neue Bleibe zu suchen.
Da wir ja nicht wählerisch sind, haben wir uns auf folgende Details beschränkt:
- am besten ein kleines Haus und nicht nur ne Wohnung
- Strand darf nicht weit weg sein
- wir sollten auch nicht jeden Tag 3h zur Arbeit brauchen
- bezahlbar sollte sie auch sein
- und natürlich ein bisschen ruhiger gelegen als im Zentrum
Was soll ich sagen?
Wir haben tatsächlich ein Haus gefunden, das in all diesen Punkten zutrifft.
Gelegen ist es in Bundeena und wir haben einen riesigen Fußmarsch von 50 Metern, bis wir dann endlich den Strand erreicht haben!
Zur Wohnung:
2 Schlafzimmer
Dusche
große Küche
Wohnzimmer
Ein weiteres Highlight bekommen wir jeden Morgen und jeden Abend geboten, denn Bundeena liegt inmitten eines Nationalparks, d.h. für uns jeden Tag 2x 25km Serpentinen quer durch Wald und Küstenstraßen…
Wir hatten natürlich noch ein kleines Problem, was die Möblierung anging, aber dafür gibt es zum Glück auch in Australien das „kleine“ Möbelhaus mit 4 Buchstaben.
So, damit hoffe ich, dass alle wieder wissen, dass es uns eigentlich gar nicht so schlecht geht ;-)
P.S. Da wir hoffentlich bald Internet im Haus haben, wird auch der nächste Bericht nicht so lange auf sich warten lassen…
20.08. - 26.08.2007 Das erste Mal!
Wieder ist eine "arbeitsintensive" Woche vergangen und schon am Montag lag der Focus ganz klar auf dem kommenden Samstag. Denn da sollte es passieren... Unser erstes Mal, Clubbing in Sydney, ohne Backpacker´s, nur Australier! WUNDERBAR!!! (schön wenn einem die Arbeitskollegen zeigen wo man hingehen soll)
Mit guter Musik und etwas zu Trinken machten wir uns also um 22 Uhr auf den Weg um die 40 km nach Parramatta zurück zu legen. Dort angekommen wartete aber schon die nächste Überraschung auf uns:
Kein Einlass ohne Mädels → also wieder zurück auf die Straße, die nächsten Damen angeredet und wir konnten nun endlich in den Club.
Der erste Eindruck war schon nicht schlecht, da die DJ´s schon mal Finest of House and RnB brachten.
Nachdem wir uns mit der Location vertraut gemacht hatten, stand auch schon der erste Besuch der Bar auf dem Programm. "Two Havannaclub-Coke, please!" Statt der bestellten Drinks bekamen wir ein Lächeln gefolgt von einem: "Sry, but i can´t understand your accent!"
Wir sind ja immer noch davon überzeugt, dass Sie uns nur aufgrund der lauten Musik nicht verstanden hat...
Wie auch immer, nach der erneuten Bestellung wusste Sie aber was wir wollten und von nun an mussten wir auch nur noch lächelnd an die Bar kommen und die einzige Frage die sie uns stellte war: "Two?"
Nach mehreren Drinks und Abstechern auf die Tanzfläche sind wir in den Außenbereich der Disco um frische Luft zu schnappen und wurden prompt von 3 "Jägermeister-Damen" angesprochen. Nach einem längeren Gespräch fanden wir heraus, dass sie zwar für Jägermeister Werbung machen, aber keine Ahnung haben, dass dieser in GER hergestellt wird.
6
Uhr morgens war für uns der ideale Zeitpunkt, um ins Bett zu gehen (Wir waren dann doch auch mal müde). Nach 4 Stunden Schlaf mussten wir aber schon wieder Aufstehen um den wunderschönen sonnigen Sonntag nicht zu verschlafen.
Aufstehen→Duschen→Essen und ab zu unserem Stammcafe am Opera House mit herrlichem Blick auf´s Wasser und die Harbourbridge. Dort verbrachten wir dann den restlichen Nachmittag bis wir um ca. 18Uhr zurück in die Wohnung gingen, kochten und uns dann total kaputt auf´s Ohr hauten...
To be continued
Die ersten 2 Wochen:
Das Appartement im 19ten Stock des Regis Towers ist bezogen. Alles ist soweit eingerichtet wie wir es brauchen:
2x Badezimmer (Dusche und Wanne)
Küche mit Backofen, Mikrowelle, Spülmaschine...
Waschmaschine und Trockner
Balkon
TV mit Arena
Fitnessraum, Pool und Whirlpool im 5ten Stock
Das einzige Problem besteht jetzt noch darin, dass sieben Personen in diesem Appartement wohnen.
Wir kaufen uns alles was wir brauchen (neue Pfannen, Tuppern usw. und die anderen benutzen es, kümmern sich sonst aber um nichts. Naja, ist halt so...)
Mitte September wollen wir uns ein eigenes kleines Häuschen suchen...
So weit so gut, jetzt mal ein bisschen was über Land und Leute:
Die Menschen hier sind wahnsinnig freundlich und versuchen einem in jeder Lage zu helfen. Man darf aber nicht erwarten, dass die Aussies mit einem in "proper english" sprechen, d.h. man muss sich relativ schnell ihren Slang aneignen.
Was wir bis jetzt aus unserer Erfahrung mit unserem Vermieter und unserem Arbeitgeber sagen können ist, dass sehr viel auf Vertrauensbasis gehandhabt wird. Sprich es ist kein Problem die Kaution für die Wohnung in Raten zu zahlen, oder der freie Zugang zum Lager in der Firma und natürlich einem "Rechtsverkehrgewohnten" Deutschen gleich einen fast neuen RAV4 mit 20.000km als Geschäftswagen zu geben, welchen er auch uneingeschränkt privat verwenden kann.
Als etwas schade könnte man bezeichnen, dass man im Central von Sydney relativ wenige Australier findet, statt dessen jede Menge Koreaner und Asiaten...
Die Arbeitsmoral ist auch anders zu verstehen als man sie aus Deutschland kennt:
Hier wird nach der Robinson-Methode gearbeitet: Warten auf Freitag!!!
Sprich man muss sich zurücknehmen und einfach mal weniger arbeiten, sonst gefährdet man ja Arbeitsplätze :-) Auch ist es nicht zwingend erforderlich pünktlich anzufangen, wir kommen halt so in einem Fenster von 30min aber geschrieben wird trotzdem die normale Anfangszeit...
Ich hoffe ihr habt einen Einblick in unser derzeitiges Leben bekommen und seit gespannt auf weitere Berichte... |